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Spätfolgen von Masern ernster als bislang angenommen

Die spezielle Form der Gehirnentzündung, die sklerosierende Panenzephalititis, kurz SSPE, ist eine Spätfolge der Masernerkrankung, die immer noch Kindern das Leben kostet.

Forscher des Bayrischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit konnten nun in enger Kooperation mit Forschern der Universität Würzburg feststellen, dass das Risiko für Kleinkinder an einer Gehirnentzündung zu erkranken höher ist, als bis dato angenommen.
Vor der neuen Studie war die Annahme verbreitet, dass die Spätfolge in einem von 100.000 Fällen auftritt, nun wurde allerdings einer neuer Wert von 1 : 3300 berechnet.
Erschreckend ist, dass SSPE in allen Fällen tödlich endet, eine Behandlung also bis zum heutigen Tage nicht möglich ist. Ein Therapieansatz ist zwar die Gabe von Isoprenosid und in manchen Fällen auch Inferferon, dass direkt ins Gehirn verabreicht wird, allerdings lässt sich der Krankheitsverlauf dadurch nur hin und wieder hinauszögern bzw. der Zustand stabilisieren.
Anzeichen für SSPE sind zuerst intellektuelle und psychische Veränderungen, später kommt es zu neurologischen Ausfallsymptomen, Myoklonien, epileptischen Anfällen.
Der Patient verliert folglich alle geistlichen Fähigkeiten. Letztendlich verfällt das Kind in ein Wachkoma und verstirbt. Dieser schleichende Prozess kann wenige Monate dauern, sich aber auch bis zu rund vier Jahren hinziehen.

Innerhalb der Jahre 2003 bis 2009 wurden allein in Deutschland 31 SSPE-Fälle und 42.600 Masern-Patienten registiert. (Dieses Jahr wurden bereits 1040 Kinder erfasst, die an Masern erkrankt sind.)
Die Kinder, die an SSPE erkrankten, litten meist unter dem 5. Lebensjahr an Masern. Somit gehen die Wissenschaftler davon aus, das Kinder die innerhalb ihrer ersten fünf Lebensjahre an Masern erkranken, einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind.

Eigentlich war es Ziel der WHO, Masern bis 2010 in Europa komplett auszurotten, aber noch zu wenige Eltern lassen ihre Kinder gegen Masern impfen. Eine Ausrottung ist jedoch nur möglich, wenn so viele Menschen wie möglich gegen die Masern immun sind. Daher empfehlen Experten, Kinder sobald sie den 11. Lebensmonat vollendet haben, impfen zu lassen.
Die WHO hofft die Auslöschung der Krankheit nun bis 2015 in Europa erreichen zu können.

Die detaillierte Studie wurde in der aktuellen „Plos One“ veröffentlicht.