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Schilddrüsenkrebs – Verbesserungsvorschläge für Diagnose

Jährlich erkranken bundesweit rund 7.000 Menschen, vermehrt Frauen, an Schilddrüsenkrebs. Meist sind die Betroffenen zwischen 40 und 50 Jahre alt. Mediziner beklagen sich allerdings bereits schon des Längeren darüber, dass weitaus mehr Operationen aufgrund eines Verdachts auf ein Schilddrüsenkarzinom durchgeführt werden, als tatsächlich nötig wäre.

Jährlich erkranken bundesweit rund 7.000 Menschen, vermehrt Frauen, an Schilddrüsenkrebs. Meist sind die Betroffenen zwischen 40 und 50 Jahre alt. Mediziner beklagen sich allerdings bereits schon des Längeren darüber, dass weitaus mehr Operationen aufgrund eines Verdachts auf ein Schilddrüsenkarzinom durchgeführt werden, als tatsächlich nötig wäre.

Wissenschaftler der University of California nahmen sich diesem Problem an und konzentrierten sich dabei vor allem auf die Resultate der sonographischen Untersuchung und auf die dementsprechende Notwendigkeit von bevorzugt durchgeführten Biopsien. Letztere werden nämlich, nach einer körperlichen Untersuchung, einer Analyse von Laborwerten und einer Sonographie, sobald ein beliebig großer Knoten gefunden wurde, besonders häufig mittels einer feinen Spritze durchgeführt. Die Feinnadelbiopsie ist allerdings für den Patienten mit möglichen Schmerzen, Schwellungen, Blutungen und Infektionen verbunden.

Für die Studie werteten die Mediziner aus San Fransisco die sonographischen Resultate von 102 Schilddrüsenkarzinom-Patienten aus und verglichen diese mit den Ergebnissen einer Kontrollgruppe, die 515 Personen umfasste. Die Ultraschalluntersuchung ergab bei 97% aller 102 Patienten einen Knoten, aber auch bei über der Hälfte (56%) der Kontrollgruppe fiel das Ergebnis der Untersuchung entsprechend aus.
Um Patienten, die aufgrund solch fälschlicher Ergebnisse unter anderem operiert wurden, zukünftig vor einer OP oder einer Feinnadelbiopsie zu bewahren, fordern die Wissenschaftler bestimmte Richtlinien für das Diagnoseverfahren bei Schilddrüsenkrebs.
Drei Kriterien sollen demnach bei der Auswertung der Befunde beachtet werden :
1. Mikroverkalkungen, da diese laut der Studie das Risiko für ein Karzinom um einen Faktor von 8,1 erhöhen. 2. Die Knotengröße, denn sobald der Knoten größer als zwei cm ist, steigt das Risiko um den Faktor 3,6. 3. Eine gleichmäßige Struktur – ist diese gegeben steigt das Risiko für einen bösartigen Tumor um das vierfache.

Folglich sollen risikoreiche Biopsien auf Raten der Forscher erst durchgeführt werden, wenn mindestens zwei von den drei Kriterien erfüllt wurden. Experten kritisieren jedoch, dass durch diese gewünschte Richtlinie Tumore übersehen werden könnten. Jene Bedenken konnten jedoch durch positive Testergebnisse der Studie widerlegt werden. Denn von 1000 Patienten der Krebsdatenbank, erkrankten nur 2 Patienten an einem Schilddrüsenkrebs, auf die keines der drei Kriterien zutraf, 18 Patienten, bei denen zwei der Kriterien erfüllt waren und 960 bei denen alle drei Kriterien zutrafen.

Ob die drei Kriterien zukünftig als Richtlinie für das Diagnoseverfahren von Schilddrüsenkrebs gebilligt werden, muss durch weitere Studien geklärt werden.

Veröffentlicht wurde die detaillierte Studie in dem „JAMA international Medicine“ - Magazin.