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Resynchronisationstherapie bei Linksschenkelblock erfolgreich

Eine Nachuntersuchung der Patienten der MADIT-CRT-Studie ergab, dass ein Resynchronisationsschrittmacher ausschließlich bei Patienten mit einem Linksschenkelblock erfolgreich ist.

Eine Nachuntersuchung der Patienten der MADIT-CRT-Studie ergab, dass ein Resynchronisationsschrittmacher ausschließlich bei Patienten mit einem Linksschenkelblock erfolgreich ist.

Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Herzinsuffizienz. Sauerstoffreiches Blut kann nicht mehr ausreichend in die Organe befördert werden, weil der Herzmuskel zu schwach ist. Eine Form der Herzinsuffizienz ist ein Linksschenkelblock, eine Störung, bei der das Herz unsychron schlägt. Die Ursache dafür ist, dass der komplette linke Tawara-Schenkel oder dessen Anteile in der Erregungsleitung defekt sind.

Arthur Moss von der University of Rochester analysierte zusammen mit seinem Team die Daten einer eigens durchgeführten Nachbeobachtungsstudie der Multicenter Automatic Defibrillator Implantation Trial with Cardiac Resynchronization Therapy, kurz MADIT-CRT-Studie.
An der MADIT-CRT-Studie nahmen einst 1.820 Patienten an 110 Zentren aus 14 Ländern teil, die alle an einer Herzinsuffizienz im ersten oder zweiten Stadium litten (NYHA I oder II). Des Weiteren hatte alle Patienten ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod.
Nach einem Zufallsprinzip wurden die Patienten in 2 Gruppen eingeteilt. Während der ersten Gruppe ein Cardioverter Defibrillator (ICD) eingesetzt wurde, erhielt die zweite Gruppe einen Herzschrittmacher, der sowohl die Fähigkeiten eines ICD besitzt, als auch die Resynchronisationstherapie (CRT-D) beherrscht. Bei letzterer werden beide Ventrikel zum gleichzeitigen Herzschlag stimuliert.
Aufgrund der eindeutigen Testergebnisse nach 2,4 Jahren, die aufzeigten, dass die Patienten mit dem Herzschrittmacher CRT-D einen klaren Vorteil im Vergleich der anderen Gruppe hatten, wurde die Studie frühzeitig beendet.
Die Nachuntersuchung von Moss ergab nun, das der Vorteil bezüglich der Sterberate bei 11 % lag, da nach 7 Jahren von der CRT-D Gruppe nur 18% verstorben waren, während in der anderen Gruppe bereits 29% ihrer Krankheit erliegen mussten.

Auffällig war, dass dieser Vorteil ausschließlich bei Patienten mit Linksschenkelblock zu verzeichnen war. Bei Patienten mit einem Rechtsschenkelblock wurde das Sterberisiko hingegen sogar erhöht.

Entsprechend raten die Forscher, eine entsprechende Therapie im Frühstadium zu beginnen und sie auf Linksschenkelblock-Patienten einzugrenzen.

Die detaillierten Studienergebnisse wurden auf der Jahrestagung des American College of Cardiology vorgestellt und in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht.