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Prostataimplantat soll Beschwerden lindern & Lebensqualität verbessern

Die neue, vom Medizinprodukthersteller NeoTract entwickelte Behandlungsmethode UroLiftSystem, wurde nach der Bestätigung durch zwei klinische Studien zugelassen.

Die neue, vom Medizinprodukthersteller NeoTract entwickelte Behandlungsmethode UroLiftSystem, wurde nach der Bestätigung durch zwei klinische Studien zugelassen.

Rund ¼ aller Männer ab dem 50. und 90% der Männer ab dem 70. bzw. 80.Lebensjahr leiden unter der gutartigen Vergrößerung der Prostata (benignen Prostatahyperplasie, BPH), die zunehmende Beschwerden beim Wasserlassen oder auch Infektionen der Harnwege und Harnblase, sowie Nierenschäden, Blasensteine oder Inkontinenz zur Folge hat. Obwohl die Ursachen zwar bislang nicht vollständig geklärt werden konnten ist bekannt, dass das Missverhältnis zwischen weiblichen und männlichen Hormonen im höheren Alter ein begünstigender Faktor ist.

Der US-Medizinprodukthersteller NeoTract konnte nun ein neues System zur Einsetzung eines Prostataimplantats entwickeln, das am 13.09.2013 von der Food and Drug Administration (FDA), die u.a. verantwortlich für die Zulassung von Arzneimitteln ist, gestattet wurde.
Bei dem Verfahren wird über ein unbewegliches Urethroskop das Implantat, ein Faden aus Kunststoff, an dessen Enden jeweils Titankrallen befestigt sind, bis zu der durch die Prostata verengte Stelle in der Harnröhre vorgeschoben. Mittels einer Hohlnadel wird das Prostatagewebe durchstochen, damit sich, während des Zurückziehens der Nadel, eines der Titanenden des Implantats an der Prostatakapsel verankern und das andere Ende so an der Harnröhre platzieren kann, dass diese gedehnt, also wieder geweitet wird.
Durch den Einsatz von 3 bis 4 dieser Implantate kann sich der Harnfluss wieder normalisieren.
2 klinische Studien, die dieses Verfahren an jeweils an 64 und 210 Männer zwischen 49 und 86 Jahren testeten, konnten positive Ergebnisse liefern. Zunächst, dass das Verfahren bei 98% der Probanden erfolgreich verlief und, dass der Harnfluss, bei einer konstanten Menge von Urin der in der Blase verblieb, im Schnitt um 30% verbessert werden konnte.
Allerdings gaben die Studiendurchführer auch Beschwerden der Patienten nach des Eingriffs an, wenn auch nur geringfügige. Zu diesen zählten neben der unvollständigen Blasenentleerung, Schmerzen beim Wasserlassen, dringender bzw. häufiger Harndrang, auch Blut im Harn.

Trotz der allgemeinen positiven Resonanz der Patienten, die unter anderem aussagten, dass sich ihre Lebensqualität durch das Implantat verbessert hat und die Beschwerden deutlich gelindert wurden, werden derzeit zwei weitere Kontrollstudien in Europa und der USA durchgeführt, da es in den klinischen Studien keine Kontrollgruppen gab. In diesen wird die herkömmliche transurethrale Prostataresektion (TURP) mit dem UroLiftSystem verglichen. Bei der konventionellen Methode wird das krankhaft veränderte Prostatagewebe endoskopisch entfernt.