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Probiotische Bakterien gegen Säuglingskoliken

Eine in Italien durchgeführte Studie zeigt, dass die Verabreichung von probiotischen Bakterien den gesundheitlichen Zustand des Neugeborenen sowohl bezüglich der Säuglingskoliken, als auch der Anzahl von Regurgitationen und Darmentleerungen verbessern kann.

Eine in Italien durchgeführte Studie zeigt, dass die Verabreichung von probiotischen Bakterien den gesundheitlichen Zustand des Neugeborenen sowohl bezüglich der Säuglingskoliken, als auch der Anzahl von Regurgitationen und Darmentleerungen verbessern kann.

Die randomisierte Doppelstudie betreffend probiotischen Bakterien wurde von Flavia Indrio von der Aldo Moro Universität geleitet und in neun pädiatrischen Zentren in Italien durchgeführt. Insgesamt 554 Neugeborene nahmen an er Studie teil, von denen die Hälfte von ihren Müttern täglich mit Hilfe eines Fläschchens 5 Tropfen verabreicht bekamen, jene 1x10 hoch 8 koloniebildende Einheiten von Lactobacillus reuteri enthielten.
Verabreicht wurden diese Bakterien über einen Zeitraum von 3 Monaten, da eine Studie aus 2013 aufzeigte, dass Säuglinge die unter Koliken leiden, sowohl dieses Bakterium, als auch Bifidobacteria nur in geringer Menge aufweisen, während Proteobacteria, die Verursacher von schmerzhaften Blähungen sein können, stark vertreten waren.
Dementsprechend war anzunehmen, dass die Verabreichung von probiotischen Bakterien die schmerzvollen Verdauungsprobleme unterbinden könnten.
Ziel der Studie war es, sowohl die Säuglingskoliken, als auch das Zurückströmen der aufgenommenen Nahrung in den Mund zu verhindern bzw. zu minimieren und die Zahl der kompletten Entleerung pro Tag zu erhöhen. Neben diesen Hauptpunkten der Studie wurde des Weiteren mittels einer Analyse das Verhältnis von Kosten und Nutzen überprüft.
Festzustellen war, dass die Schreianfälle der Kinder dank der probiotischen Bakterien von durchschnittlich 71 auf 38 Minuten verkürzt werden konnten, die Anzahl der Darmentleerung von 3,6 auf 4,2 stieg und auch die Häufigkeit des Nahrungsrückflusses sich von 4,6 auf 2,9 pro Tag reduzierte.
Dadurch wurden Kosten für Medikamente und Arztbesuche gemindert und auch Arbeitsausfälle der Eltern, bedingt durch den schlechten Gesundheitszustand des Kindes, verringerten sich. Demnach verlief die Studie für Flavia Indrio hinsichtlich aller Punkte erfolgreich.

Da jedoch eine Meta-Analyse von 2013 weniger präzise Ergebnisse erzielen konnte, sind die Meinungen bezüglich der Studie geteilt. Wichtig sei es, die langfristige Sicherheit der Gabe der probiotischen Bakterien zu untersuchen, um auszuschließen, dass die dadurch veränderte Darmbesiedlung die Gesundheit im Alter negativ verändern könnte.

Publiziert wurde die detaillierte Studie in dem Fachmagazin JAMA Pediatrics.