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PAVK in Deutschland

Unter der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), die im Volksmund auch Schaufensterkrankheit genannt wird, versteht man die Verengung oder den kompletten Verschluss der extremitätenversorgenden Blutgefäße. In Deutschland leiden rund 4,5 Millionen Menschen an der Krankheit, von der weltweit knapp jeder fünfter Mensch im Alter von über 65 Jahren betroffen ist.

Unter der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), die im Volksmund auch Schaufensterkrankheit genannt wird, versteht man die Verengung oder den kompletten Verschluss der extremitätenversorgenden Blutgefäße. In Deutschland leiden rund 4,5 Millionen Menschen an der Krankheit, von der weltweit knapp jeder fünfter Mensch im Alter von über 65 Jahren betroffen ist.

PAVK wird je nach anatomischer Höhe der arteriosklerotischen Ablagerung in drei Typen unterschieden, in den Beckentyp, Oberschenkel- oder Unterschenkeltyp. Zusätzlich wird die Krankheit entsprechend der Beschwerden und Symptome in vier verschiedene Stadien unterteilt, die nach dem französischen Chirurg René Fontaine, dem Einteiler der Stadien, benannt wurden.
1) AVK Stadium I : keine Beschwerden
2) AVK Stadium II : Beschwerden beim Gehen
3) AVK Stadium III : Beschwerden bei Ruhe
4) AVK Stadium IV : Absterben von Gewebe
Zu den Hauptrisikofaktoren gehören neben dem Nikotinkonsum, Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Blutfettwerte.

Wissenschaftler der Abteilung für Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Münster analysierten nun Krankenhausdaten aus ganz Deutschland, um die Entwicklung der Krankheit in den letzten Jahren nachvollziehen zu können.
Bei der Auswertung der Daten von 2005, 2007 und 2009 konzentrierten sich die Mediziner unter anderem auf die allgemeine Krankheits-Prävalenz, die Anzahl der Amputationen, Begleiterkrankungen und die entstandenen Krankenhauskosten.

Die Ergebnisse der Datenanalyse waren weniger erfreulich, so stieg die Gesamtzahl aller Hospitalisationen innerhalb 4 Jahre (2005 bis 2009) nämlich von 15 Millionen auf 16,2 Millionen. Die Krankenhausaufenthalte stiegen um 20,7%, also von 400.929 auf 483.961.
Besonders die Prävalenz von pAVK-Patienten mit schweren oder fortgeschrittenen Fällen, bei denen sogar schon Gewebe abstarb, nahmen um 32% bzw. um 9% zu.
Die ermittelte Zahl bezüglich der Amputationen fiel ebenso negativ aus, denn auch wenn die Zahl der sogenannten Major-Amputationen insgesamt abnahm, stieg die Anzahl der kleinen Minor-Amputationen, also zum Beispiel die Abnahme eines Zehs oder die Amputation des Mittelfußes. Durchschnittlich stieg die Anzahl der Amputationen allgemein um 8%, von 38.415 (2005) auf 41.458 (2009).
Entsprechend der Entwicklung von pAVK stiegen auch die Krankenhauskosten von 2,14 Milliarden Euro auf 2,56 Milliarden Euro.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit stellt deutsche Kliniken somit vor große Herausforderungen, sowohl im medizinisch, als auch ökonomisch betrachtet.

Publiziert wurde die Studie im „European Heart Journal“.