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Organspende – Neue Technik für Leberkonservierung entwickelt

Ein Forscherteam aus Boston entwickelt neue Methodik, um eine Leber zwischen 72 und 96 Stunden zu konservieren.

Die Lebertransplantation ist bei einem Versagen des Organs oft die einzige Option, um das Leben des Patienten nicht zu verlieren, weshalb seit der ersten Lebertransplantation im Jahre 1963 bis dato rund 73.000 Lebern implantiert wurden.

Ein Forscherteam aus Boston entwickelt neue Methodik, um eine Leber zwischen 72 und 96 Stunden zu konservieren.

Die Lebertransplantation ist bei einem Versagen des Organs oft die einzige Option, um das Leben des Patienten nicht zu verlieren, weshalb seit der ersten Lebertransplantation im Jahre 1963 bis dato rund 73.000 Lebern implantiert wurden.

Oft ist es den Bedürftigen leider nicht möglich, eine geeignete Spenderleber zu erhalten, da zum einem die Zahl der Organspender stetig sinkt und zum anderen die Transportwege zu weit sind, damit die Leber den Patienten in einem noch idealen Zustand erreicht.
Die Technik, die Ende der 80er Jahre in den USA entwickelt wurde, um Organe auf ihrem Weg vom Spender zum Empfänger zu transportieren, wird zwar auch heutzutage noch erfolgreich genutzt, ermöglicht jedoch nur einen Transport von maximal 24 Stunden.
Da jedoch beispielsweise in den USA die Wege von Klinik zu Klinik so lang seien können, dass manche Transplantationen nicht durchgeführt werden können, entwickelte das Forscherteam geleitet von Martin Yarmush und Korkut Uygun vom Massachusetts General Hospital eine neue Technik, die bereits bei Rattenlebern zeigen konnte, dass die Konservierung bis zu 96 Stunden möglich ist, ohne dass das Organ in jeglicher Hinsicht beschädigt wird.
Hierzu verwendeten die Forscher die Frostschutzmittel namens Polyethylenglycol und 3-O-Methyl-D-Glucose. Während das erste Mittel die Wirkungsdauer verlängert, so auch bei Arzneimitteln wie Peg-Interferonen und die Membranen der Zellen vor Kälteschäden bewahrt, in diese jedoch nicht eindringt, schützt das zweite die Zellen durch die Einlagerung von Zucker. Durch die Kombination der beiden Mittel gelang es folglich, die Leber der Nagetiere auf minus 6°Celsius zu kühlen. Das Organ nahm dadurch weder einen Schaden, noch im Anschluss in der Auftauphase, da erst eine Spülung mit sauerstoff- und nährstoffreicher Flüssigkeit vorgenommen wurde und anschließend eine Durchspülung bei 21°Celsius für 3 Stunden erfolgte.

Die Ergebnisse waren äußerst positiv. Nach einer Konservierung von 72 Stunden überlebten alle Nagetiere der Lebertransplantation. Wurde das sogenannte Supercooling auf 96 Stunden erweitert, lag die Erfolgsquote nur noch bei 60%.

Weitere Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit sind geplant. Außerdem sind einige Veränderungen notwendig, da die Lebern von Ratten nicht nur deutlich kleiner, sondern dementsprechend auch viel leichter sind, als die eines Menschens (10g zu 2.000g).

Veröffentlicht wurde die detaillierte Studie in der Nature Medicine.