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Neues Hepatitis C Medikament beinahe unbezahlbar

Das hochwirksame Hepatitis C Medikament Sofosbuvir des Herstellers Gilead ist das aktuell wirksamste Medikament das zur Behandlung von Hepatitis C zugelassen ist - jedoch ist es auch entsprechend teuer.

Das hochwirksame Hepatitis C Medikament Sofosbuvir des Herstellers Gilead ist das aktuell wirksamste Medikament das zur Behandlung von Hepatitis C zugelassen ist - jedoch ist es auch entsprechend teuer.

Der RNA-Virus Hepatitis C, der in mehrere Genotypen unterschieden wird, wird in der Regel beim gemeinsamen Drogenkonsum übertragen, da sich die Viren vor allem über das Blut ausbreiten. Alleine in Deutschland leben geschätzt 400.000 bis 500.000 Menschen mit der chronischen Hepatitis C (HCV), mit jener weltweit 160 Millionen Menschen infiziert sind. 90% von ihnen sind drogenabhängig. Folge einer chronischen Infektion mit dem Hepatitis C -Virus, die wie in ¾ aller Fälle unbehandelt bleibt, ist eine Leberzirrhose oder Leberkrebs, welche sich allerdings erst nach mehreren Jahren entwickeln.

Bei dem Medikament Sofosbuvir handelt es sich um ein Arzneimittel des Pharmazie- und Biotechnologieunternehmens Gilead für den schwer behandelbaren Genotyp 1, jenes in klinischen Studien durch die Kombination mit Ribavirin und pegyliertem Interferon zu 90% ein anhaltendes virologisches Ansprechen (sustained virological response, SVR) erzielen konnte. Zwar konnte bislang auch ohne Sofusbuvir ein entsprechendes Ergebnis erreicht werden, jedoch traf dies nur in 50-80% der Fälle ein und der Behandlungszeitraum war durchschnittlich doppelt so lang.
Der Preis für eine Therapie mit Sofosbuvir ist jedoch für die 90% der Patienten, die mit dem Genotyp 1 leben, unbezahlbar, da diese vor allem in armen Ländern beheimatet sind, in jenen der Preis für 28 Tabletten mit 28.000 US-Dollar nicht zu finanzieren ist. Die Therapie fordert die Einnahme einer Tablette pro Tag.
Ein Pharmakologe der University of Liverpool gab jedoch Herstellungskosten von rund 68-130 US-Dollar für 7 Tabletten an, weshalb Gilead den Preis nicht mit den Produktionskosten rechtfertigen kann. Vermutet wird, dass Gilead, die sich bei der Vermarktung insbesondere auf die Menschenmenge konzentrieren, jene vor der Entdeckung des HCV die Diagnose Non-A-Non-B-Hepatitis erhielt, solch hohe Summen verlangt, da Sofosbuvir von einem kleinem Pharmaunternehmen entwickelt wurde, von jenem es für 11,2 Milliarden US-Dollar abgekauft wurde und somit versucht wird die entstandenen Kosten zu decken.

Die Treatment Action Group (TAG), eine Non-Profit-Organisation, jene sich für umfangreiche Forschungen bezüglich AIDS/HIV und CO-Infektionen wie Hepatitis C und Tuberkulose und entsprechende Impfstoffe einsetzt, fordert nun die Bereitstellung des Medikaments für arme Länder.
Dieser Forderung lehnt Gilead zwar nicht vollständig ab, allerdings sind Zweipreispolitiken immer kritisch zu bewerten, da es dadurch zu Schwarzhandel kommen könnte.