fachaerztejobs.de

Neuigkeiten

Multiple Sklerose : Die Wirkungsweise von Dimethylfumarat

Der Wirkungsmechanismus von Dimethylfumarat bei multiple Sklerose konnte dank deutschen Wissenschaftlern aufgedeckt werden.

Erst vor kurzem wurde Dimethylfumarat (DMF) zur Behandlung bei Erwachsenen, die an schubförmiger remittierender multipler Sklerose (MS) leiden, zugelassen. Das DMF, dass seit mehr als 20 Jahren gegen Schuppenflechte eingesetzt wird, auch gegen MS wirksam ist, wurde durch einen Zufall entdeckt. Mittlerweile bedient es als MS-Medikament bereits 9% vom US-Markt.

Der Wirkungsmechanismus von Dimethylfumarat bei multiple Sklerose konnte dank deutschen Wissenschaftlern aufgedeckt werden.

Erst vor kurzem wurde Dimethylfumarat (DMF) zur Behandlung bei Erwachsenen, die an schubförmiger remittierender multipler Sklerose (MS) leiden, zugelassen. Das DMF, dass seit mehr als 20 Jahren gegen Schuppenflechte eingesetzt wird, auch gegen MS wirksam ist, wurde durch einen Zufall entdeckt. Mittlerweile bedient es als MS-Medikament bereits 9% vom US-Markt.

Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, an der weltweit rund 2,5 Millionen Menschen leiden. Allein in Deutschland leben aktuell ca. 130.000 Betroffene, zu denen jährlich etwa 2.500 Patienten hinzukommen. Frauen im Alter zwischen 20 und 40 leiden doppelt so häufig an der Krankheit wie Männer. Im Verlauf von MS kommt es zu einer Entzündung und letztendlich zu einem Abbau der Myelinscheiden an verschiedensten Stellen des zentralen Nervensystems. Die Symptome variieren von Fall zu Fall zwischen plötzlichen Empfindungsstörungen an Armen oder Beinen, Sehstörungen, Kraftlosigkeit, Lähmungen, Muskelsteifigkeit, Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, aber auch Probleme bei der Blasenentleerung und eine undeutliche Aussprache.

Wie genau Dimethylfumarat jedoch gegen die Nervensystemerkrankung wirkt, war bislang unbekannt. Diese Frage konnten nun Wissenschaftler um Nina Wettschurek vom Max-Planck-Institut für Herz- u. Lugenforschung in Hessen und ein Forscherteam, geleitet von Markus Schwaninger, vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität zu Lübeck klären.
Auf die Lösung kamen die Teams mithilfe von einem standardisierten MS-Mausmodell, bei jenem Genmäuse zum Teil mit DMF behandelt wurden. Fehlte den Mäusen das Gen für den HCA2-Rezeptor, konnten keine Lähmungserscheinungen verhindert werden, besaßen die Mäuse es jedoch, konnte der Schweregrad der neurologischen Anfälle reduziert werden. Schwaninger sagt dazu:„ Bei Tieren, die mit DMF behandelt wurden, waren viel weniger Granulozyten in das Nervensystem eingewandert, als bei unbehandelten Tieren. Bei den Tieren, denen der HCA2-Rezeptor fehlte, blieb die Zahl der eingewanderten Granulozyten trotz Behandlung mit DMF unverändert hoch:“
Entsprechend wird die Wirkung über den HCA2-Rezeptor übermittelt, da der aktive Rezeptor für die Einwanderung der weißen Blutkörperchen in das ZNS zuständig ist. Dimethylfumarat verhindert die Entzündung, da der Weg blockiert wird.

Weitere Wirkungsmechanismen von DMF, dass im Gegenteil zu den beiden herkömmlichen MS-Medikamenten (Beta-Interferonen o. Glatirameracetat), die intravenös verabreicht werden, in Tablettenform eingenommen werden kann, schließen die Wissenschaftler nicht aus

Publiziert wurde die detaillierte Studie im Journal of Clinical Investigation.