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Mögliche Ursache für akustische Halluzinationen bei Schizophrenie gefunden

Amerikanische Wissenschaftler aus Tennessee stellen womögliche Ursache fest, weshalb Schizophrenie-Patienten an akustischen Halluzinationen leiden.

Rund 800.000 Menschen in Deutschland leiden an einer Schizophrenie, einer psychischen Erkrankung mit Realitätsverlust. Meist leiden die jungen Erwachsenen, die zwischen 20 und 30 Jahren die Diagnose erhalten, unter akustischen Halluzinationen.

Amerikanische Wissenschaftler aus Tennessee stellen womögliche Ursache fest, weshalb Schizophrenie-Patienten an akustischen Halluzinationen leiden.

Rund 800.000 Menschen in Deutschland leiden an einer Schizophrenie, einer psychischen Erkrankung mit Realitätsverlust. Meist leiden die jungen Erwachsenen, die zwischen 20 und 30 Jahren die Diagnose erhalten, unter akustischen Halluzinationen. Während ein Teil der Betroffenen nur einmal erkrankt, leidet der andere Teil beständig unter den sehr verschiedenen und sich ändernden Symptomen. Zu den Symptomen in der frühen Phase der Schizophrenie gehören unter anderen eine Konzentrationsschwäche, leichte Reizbarkeit, Schlafstörungen, Unruhe und Nervosität. Im späteren Stadium der psychotischen Erkrankung treten Anzeichen wie Verfolgungswahn, depressive Stimmung, starke Denkstörungen, Teilnahmslosigkeit oder akustische Halluzinationen auf.

Letztere können in der Regel durch die Gabe der Antipsychotika Clozapin oder Haloperidol gestoppt werden. Aufgrund der Tatsache, dass der explizierte Wirkungsmechanismus der Medikamente bis auf die Erkenntnis, dass die Hemmung der Dopamin 2-Rezeptoren eine Rolle spielt, nicht geklärt ist, führte ein von Stanislav Zakharenko geleitetes Team vom St. Jude Children's Research Hospital im Memphis ein Experiment an Mäusen durch. Diese litten an dem nachgestellten DiGeorge Syndrom, jenes sich bei Menschen durch das Fehlen von ca. 25 Genen auf dem Chromosom 22 auszeichnet und bei den Nagetieren mit 23 entsprechenden Genen auf dem Chromosom 16 rekonstruiert werden konnte. Das DiGeorge Syndrom wurde von den US-Wissenschaftlern gewählt, da ungefähr 30 Prozent aller Betroffenen bereits im jugendlichen Alter akustische Wahrnehmungsstörungen entwickeln.

Dank der Untersuchung an den Mäusen konnte festgestellt werden, dass ein Mangel der Gene dazu führt, dass Dopamin 2-Rezeptoren im Thalamus verstärkt produziert werden, jener dafür verantwortlich ist, Informationen zu filtern, die das Bewusstsein erreichen.
Die Überzahl der Rezeptoren könnte diese Funktion jedoch beeinträchtigen und fälschliche Informationen an das Bewusstsein leiten, die der Patient als akustische Halluzinationen wahrnimmt. Clozapin und Haloperidol stoppen den Signalfluss an den Rezeptoren.

Die Rezeptoren werden verstärkt gebildet, da eines der kodierten Gene in der Region 22q11 fehlt. Zakharenko vermutet hierbei, dass das Gen Dgcr8 verantwortlich ist, da dieses für die Kodierung einer mircoRNA zuständig ist, jene die Produktion anderer Gene kontrollieren kann.

Die detaillierte Studie wurde in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.