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Malaria-Impfstoff - Neue Fortschritte

US-Forscher kommen einem effektiven Impfstoff gegen Malaria immer näher.

Jährlich erkranken rund 220 Millionen Menschen weltweit an Malaria, die meisten der Betroffenen sind Kleinkinder und Säuglinge. 660.000 Patienten erliegen der Infektionskrankheit jedes Jahr.

US-Forscher kommen einem effektiven Impfstoff gegen Malaria immer näher.

Jährlich erkranken rund 220 Millionen Menschen weltweit an Malaria, die meisten der Betroffenen sind Kleinkinder und Säuglinge. 660.000 Patienten erliegen der Infektionskrankheit jedes Jahr.
Trotz der brisanten Lage ist es Forschern bislang nicht gelungen, einen effektiven Wirkstoff zu entwickeln, der die Geimpften mit einer Sicherheit von über 50% vor der Krankheit schützt. Besonders bei Säuglingen konnte die Zahl der Infizierungen nur um 1/3 gesenkt werden.
So haben die bisherigen synthetischen Vakzine gegen Malaria in klinischen Studien insgesamt nur unzureichend bis schlecht abgeschnitten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt nun jedoch Hoffnung auf einen neu entwickelten Impfstoff namens PfSPZ der Firma Sanaria, da dieser im Gegensatz zu den anderen synthetischen Impfstoffen, lebende Sporozoiten von Plasmodien falciparum beinhaltet, die aber in ihrer Pathogenität abgeschwächt wurden.
Die Forscher des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten (NIAID), die den Wirkstoff entwickelten, mussten den Impfstoff, von dem sie sich eine Wirksamkeit von mindestens 80% versprechen, sehr aufwendig herstellen.
Zunächst wurden Mücken steril von den Forschern aufgezogen, die sie mit malariaverseuchtem Blut ernährten. Sobald die Erreger im Verdauungstrakt der Mücken herangereift waren und sich in die Speicheldrüsen abgesetzt hatten, konnten die Mücken nach 14 Tagen bestrahlt werden, wodurch die Plasmodien soweit abgeschwächt wurden, das sie zwar noch lebendig waren und ein funktionierenden Stoffwechsel besaßen, jedoch nicht mehr in der Lage waren, Menschen zu infizieren.
Sehr zeitaufwendig war auch das Sammeln der Erreger, da diese von den Forschern einzeln per Hand aus den Speicheldrüsen der Mücken gewonnen werden mussten - für eine Impfdosis werden 135.000 Erreger benötigt.

Der Wirkstoff wurde an 40 Erwachsenen, im Alter von 18 bis 45 Jahren, die gesund und noch nie mit Malaria infiziert waren, getestet. 17 weitere Personen der gleichen Altersgruppe dienten als Kontrollgruppe. Ein Teil der Probanden wurde zwei Mal geimpft, der andere Teil erhielt bis zu sechs Impfungen. Die Testergebnisse ergaben daraufhin, dass diejenigen, die am häufigsten geimpft wurden, die meisten spezifischen Antikörper und CD8 positive T-Zellen gegen Plasmodien falciparum entwickelten, die die Erreger direkt in der Leber unschädlich machten. Nach 21 Tagen wurden alle 57 Probanden fünf Mal von infizierten Mücken gestochen, woraufhin 3 von denen, mit der höchsten Dosis an Malaria erkrankten, 16 von 17 von denen, die nur zwei Mal geimpft wurden und 11 von 12 Personen, der Kontrollgruppe.
Somit steht fest, dass Sporozoiten für einen Impfstoff gut geeignet sind, allerdings in großen Mengen, heißt bis zu sechs Impfungen, die demnach rund 650.000 Plasmodien enthalten müssten.

Jedoch bereitet Experten nicht nur die Impfstoffgewinnung Kopfzerbrechen, sondern auch die Tatsache, dass die Impfung intravenös, also direkt in die Blutbahn verabreicht werden muss. Ist es also Ziel, Bevölkerungen in gefährdeten afrikanischen Gebieten zu immunisieren, kommen die Mediziner nicht nur auf Grund der benötigten Menge, sondern auch logistisch an ihre Grenzen. Da die Patienten, wie in der Studie, sieben bis zwölf Tage ambulant beobachtet werden müssten, da die Inkubationszeit dementsprechend lange andauert.
Weiterhin bestehen Zweifel, ob PfSPZ auch gegen die Plasmodien falciparum Stämme, die in Afrika beheimatet sind, wirksam ist, sowie gegen den zweithäufigsten Erreger namens Plasmodien vivax.
Daher müssen noch viele weitere Studien, zur Verbesserung der Vorgehensweise und Klärung der Effektivität und Sicherheit durchgeführt werden.

Vorgestellt wurde die detaillierte Studie in dem Fachjournal „Science“.