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Lungenkrebs : Neue Hoffnung für SCLC-Patienten

US-Forscher sind der Überzeugung, dass das effektive Antidepressivum Imipramin auch ein erfolgreiches Mittel gegen kleinzellige Bronchialkarzinome ist.

Obwohl die Inzidenz in den letzten Jahren abgenommen hat, erkranken immer noch 7.000 bis 8.000 Menschen jedes Jahr in Deutschland an einem kleinzelligen Bronchialkarzinom (SCLC = small-cell lung cancer), jene Form ca. 15% aller Lungenkrebse ausmacht.

US-Forscher sind der Überzeugung, dass das effektive Antidepressivum Imipramin auch ein erfolgreiches Mittel gegen kleinzellige Bronchialkarzinome ist.

Obwohl die Inzidenz in den letzten Jahren abgenommen hat, erkranken immer noch 7.000 bis 8.000 Menschen jedes Jahr in Deutschland an einem kleinzelligen Bronchialkarzinom (SCLC = small-cell lung cancer), jene Form ca. 15% aller Lungenkrebse ausmacht. Männer sind weitaus häufiger als Frauen von der Krebsart betroffen, dessen Hauptursache der Konsum von Nikotin ist und als schwer heilbar gilt. Meist wird SCLC ab dem 60./70. Lebensjahr diagnostiziert. Bereits innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose kostet die Krankheit vielen Betroffenen das Leben - Schuld an der hohen Sterblichkeitsrate sind sowohl die frühzeitige Streuung der Krebszellen aufgrund der hohen Zellteilungsrate, die hohe Rezidivrate, als auch das schnelle Wachstum des Primärtumors. Charakteristisch für den SCLC ist die Tumorentstehung in den zentralen Atemwegen und der damit einhergehende Husten, blutiger Auswurf, Atemnot, Schmerzen im Brustkorb und auch der Gewichtsverlust.
Da es Pharmaunternehmen bislang nicht gelungen ist, ein wirksames Arzneimittel zu finden um den Krebs zu bekämpfen, beschäftigte sich das Forscherteam um Julien Sage, Professor für Kinderheilkunde (Krebsbiologie) und der Genetik, der Stanford University mit der Thematik. Hierzu überprüfte das Team mithilfe eines Computerprogramms Genexpressionsprofile, jene speziell die Wirkung von Medikamenten auf den Stoffwechsel von neuroendokrinen Zellen untersucht haben. Zwei Antidepressiva, nämlich Promethazin und Imipramin, fielen den Wissenschaftlern besonders auf, da es diesen Wirkstoffen scheinbar mehrfach gelungen war, zwei Stoffwechselwege, die für die hormonbildenden Zellen eine große Rolle spielen, derart zu manipulieren, dass die Zellen den programmierten Zelltod hervorriefen. Auf Grund dessen untersuchten die kalifornischen Wissenschaftler, ob sich diese Wirkung der Antidepressiva auch bei kleinzelligen Bronchialkarzinom-Zellen aufzeigen lässt. Chemoresistente und chemonaive Tumorzellen konnten durch Imipramin erfolgreich abgetötet werden, woraufhin mehrfach und ebenso effektiv menschliche kleinzellige Bronchialkarzinome bei Mäusen vernichtet werden konnten.

Der positiven Ergebnisse zufolge wurde eine klinische Studie gestartet, dessen Resultate noch abzuwarten sind.

Veröffentlicht wurde die detaillierte Studie in der Fachzeitschrift „Cancer Discovery“.

 

az