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KHK - Kardioprotektiver Schutz durch kurzweilige Ischämie im Arm

Eine Studie des Universitätsklinikums Essens ergab, dass eine kurzzeitige Minderdurchblutung im Arm vor einer Bypass-Operation, das Mortalitätsrisiko von Patienten mit koronaren Herzkrankheiten verringern kann.

Es ist bereits länger bekannt, dass sich durch künstlich herbeigeführte, kontrollierte Minderungen der Durchblutung an beliebigen Stellen des Körpers, beispielsweise am Arm, auf das Herz schützende Effekte erzielen lassen, die die Lebensqualität verbessern.

Eine Studie des Universitätsklinikums Essens ergab, dass eine kurzzeitige Minderdurchblutung im Arm vor einer Bypass-Operation, das Mortalitätsrisiko von Patienten mit koronaren Herzkrankheiten verringern kann.

Es ist bereits länger bekannt, dass sich durch künstlich herbeigeführte, kontrollierte Minderungen der Durchblutung an beliebigen Stellen des Körpers, beispielsweise am Arm, auf das Herz schützende Effekte erzielen lassen, die die Lebensqualität verbessern.

Forscher des Instituts für Pathophysiologie des Universitätsklinikums Essen führten diesbezüglich, unter der Leitung des Herzspezialistens Professor Dr. Gerd Heusch, eine randomisierte kontrollierte Studie durch, um festzustellen, ob eine künstlich herbeigeführte Ischämie am Arm, eine sogenannte herzferne ischämische Präkonditionierung, vor einer Bypass-Operation eines KHK-Patientens, einen ebenso protektiven Schutz bewirken kann. Dafür führten sie bei 50% von 329 KHK-Patienten, die innerhalb der Jahre 2008 und 2012 einen elektiven Bypass erhalten sollten, kurz nach Beginn der Narkose und noch vor dem operativen Eingriff eine herzferne ischämische Präkonditionierung vor, indem sie mittels einer stark aufgepumpten Blutdruckmanschette den Blutfluss dreimal für jeweils 5 Minuten reduzierten und im Anschluss wieder für ebenfalls 5 Minuten regulierten. Der Teil der Patienten, bei denen dieses Verfahren nicht angewendet wurde, diente bei dem Vergleich der Ergebnisse als Kontrollgruppe.
Die Intensität der Myokardschädigung wurde als das Hauptziel der Studie festgelegt, jene sich mit Hilfe von „der Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve“ (Area under the curve, AUC), für den kardialen Biomarker Troponin I innerhalb der ersten 3 Tage nach der OP darstellen ließ.
Der Vergleich der Ergebnisse von den beiden Gruppen ergab zwar eine allgemeine Erhöhung des mittleren Troponinwerts, jener aber bei den Patienten, die eine Präkonditionierung erhielten, um rund 17% niedriger war. Eine letztendliches Fazit nach 18 Monaten ergab des Weiteren, dass das Mortalitätsrisiko deutlich gesunken war und auch Vorfälle wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle dank der kontrollierten Ischämien weniger eintraten. Eine Verbesserung betreffend des Wiedereinsprossens von Blutkapillaren in nicht adäquat durchblutete Gewebe konnte jedoch nicht erreicht werden.

Schlussfolgernd konnte der Nutzen von herzfernen ischämischen Präkonditionierungen vor einer Bypass-Operation bestätigt werden, der aktuell durch eine klinische Studie namens ERICCA-Studie, die 1.220 Patienten umfasst, weiter spezifisch untersucht wird, mit der Konzentration auf die Wirkung von einer herzfernen kardialen Präkonditionierung, innerhalb des ersten Jahres einer Bypass-OP auf die Anzahl zerebrovaskulärer und kardialer Vorkommnisse.

Die detaillierte Studie wurde in dem Fachmagazin „The Lancet“ publiziert.