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Kardiovaskuläre Ereignisse – Risikominderung durch Grippeimpfung ?!

Ein kanadischer Mediziner spaltet durch seine Meta-Analyse und der These, dass die Grippeimpfung auch protektiv bezüglich kardiovaskulärer Ereignisse wirkt, die Meinungen von Experten.

Ein kanadischer Mediziner spaltet durch seine Meta-Analyse und der These, dass die Grippeimpfung auch protektiv bezüglich kardiovaskulärer Ereignisse wirkt, die Meinungen von Experten.

Der Kardiologe Dr. Jacob Udell vom Women's College Hospital der Universität Toronto beschäftigte sich mit der Thematik, ob die Wirkung der Grippeimpfung auch Einfluss auf das Risiko nimmt, zum Beispiel einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, da bereits in den vergangenen Jahren mehrere Beobachtungsstudien darauf hingewiesen hatten.
Daher führte er diesbezüglich eine Literaturrecherche durch, wobei er auf insgesamt 6 Studien bezüglich Grippeimpfungen stieß, von denen bis auf eine, alle veröffentlicht wurden. Des Weiteren wurden bei zwei Studien keine Kontrollen mittels einer Placebo-Gruppe durchgeführt. Während bei vier Studien außerdem auch Patienten mit einem kardialen Risiko einbezogen wurden, konzentrierten sich die restlichen zwei Studien lediglich auf die Verträglichkeit der Vakzine.
Udell stellte fest, dass es bei 2,9% der rund 3.238 geimpften Probanden der fünf Studien, die veröffentlicht wurden, innerhalb der einjährigen Nachbeobachtungszeit zu Todesfällen, Herzinfarkten, Schlaganfällen, Herzinsuffizienzen, instabilen Anginen, oder dringenden koronaren Revaskularisierungen gekommen war. Das relative Risiko war, bezogen auf die Kontrollgruppe, bei jener 4,7% der 3.231 ein kardiovaskuläres Ereignis erlitten, um 36% und das absolute Risiko um 1,74% niedriger. Zudem konnte das Risiko bei Patienten mit einem akuten koronaren Syndrom halbiert werden und die Number Needed to Treat (NNT) betrug 58 Personen.
Obwohl die Resultate demnach signifikant waren, die positive Auswirkung der Impfung in Anbetracht der kleinen Anzahl NNT klinisch relevant war und Dr. Kathleen Neuzil von der Nonprofit-Organisation PATH die Annahme von Dr. Udell von biologischen Aspekten her für realistisch hält, lässt die Studie Freiraum für Zweifler, da der Betrag von kardiovaskulärern Vorfällen insgesamt sehr gering war und auch die Qualität der Studien nicht makellos ist.

Weitere Studien zur Überprüfung der Hypothese, sind folglich notwendig.

Veröffentlicht wurde die detaillierte Studie in Fachzeitschrift JAMA – The Journal of the American Medical Association.