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Impfung gegen Heroin

Kalifornische Forscher des Scripps Research Institutes ist es gelungen einen Impfstoff gegen die Heroinabhängigkeit zu entwickeln – die Wirkung ist bislang allerdings nur bei Ratten erforscht.

Konsumenten beschreiben die Wirkung von Heroin oft wie eine Art warme Decke, die sich über die Seele legt, denn es lindert nicht nur Schmerzen, sondern hat auch eine euphorisierende Wirkung.

Kalifornische Forscher des Scripps Research Institutes ist es gelungen einen Impfstoff gegen die Heroinabhängigkeit zu entwickeln – die Wirkung ist bislang allerdings nur bei Ratten erforscht.

Konsumenten beschreiben die Wirkung von Heroin oft wie eine Art warme Decke, die sich über die Seele legt, denn es lindert nicht nur Schmerzen, sondern hat auch eine euphorisierende Wirkung.
Kaum eine Droge führt ebenso schnell in die Abhängigkeit, wie Heroin, denn bereits nach einmaligem Gebrauch bildet der Körper vermehrt spezifische Rezeptoren, an die das Opioid bindet. Ein weiterer negativer Faktor ist, dass die Abhängigen mit der Zeit eine immer größere Dosis benötigen, um eine befriedigende Wirkung zu erreichen. Daher kommt es oft zu einer Überdosis, die zur Folge hat, dass die Atemsteuerung im Gehirn versagt und der Betroffene erstickt – der sogenannte „Goldene Schuss“.
1874 wurde Heroin erstmalig als Schmerz- und Hustenmittel hergestellt und wurde auch als Alternative und Entzugsdroge für Opium empfohlen. Das Heroin eine schlimmere Abhängigkeit nach sich zog, wurde erst zu spät erkannt. Dennoch wurde es bis 1931 von einem großen deutschen Pharmaunternehmen zur Behandlung verschiedener Krankheiten eingesetzt.
Erst 1971 wird Heroin zu einer illegalen Droge erklärt, dessen Konsum folglich verboten ist.

Auf Grund der von dem halbsynthetischen Opioid ausgehenden Gefahr, beschäftigten sich Wissenschaftler aus Kalifornien nun mit der Entwicklung eines Impfstoffes, der die schmerzlindernde und euphorisierende Wirkung auf das Gehirn und damit die Abhängigkeit verhindert.
Gelangt das Heroin, meist intravenös, in den Körper, wird es dort in sein Abbauprodukt
6-Monoacytylmorphin (6-MAM) umgewandelt.
Die durch den Impfstoff induzierten Antikörper binden sich sowohl an das frisch konsumierte Heroin, als auch an das bereits umgewandelte 6-MAM, dass sich zu reinem Morphin weiterentwickelt. Die Antikörper verhindern dann den Eintritt der Substanzen in das Gehirn, bzw. entziehen ihnen die Fähigkeit, ihre Wirkung zu entfalten.
Voraussetzung für den Impfstoff ist, dass er nur auf Opioid Heroin reagiert, damit der Körper gegen andere Schmerzmittel der Gruppe der Opiate nicht immun wird.
Da der Impfstoff diese Vorgabe aber erfüllt und die Testreihen an den Ratten mehrfach erfolgreich waren, diese nach Einnahme des Impfstoffes nämlich ihr Interesse an Heroin verloren haben, sind die Reaktionen auf die Forschungsreihe äußert positiv.

Die Studie mit den Ratten sah folgendermaßen aus :
Die Ratten wurden durch regelmäßiger Gabe von Heroin abhängig gemacht. Sie lernten, dass auf die Betätigung eines Schalters eine Verabreichung von dem Opioid folgte.
Schließlich wurden die Ratten auf Entzug gesetzt und es wurde ihnen der Impfstoff verabreicht. Als sie anschließend wieder die Gelegenheit bekamen, den Schalter zu betätigen, um Heroin zu bekommen, hatten diese kein Interesse mehr daran.
Auch bei einem zweiten Versuch zeigte sich diese positive Wirkung. Die Ratten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Nachdem wieder der Abhängigkeitsstatus erreicht wurde, bekam die eine Gruppe während des Entzugs den Impfstoff, die andere Gruppe nicht.
Die Ratten, die den Impfstoff erhalten haben, verloren wieder das Interesse an der Droge, die andere Gruppe betätigte, als sie die Gelegenheit bekam, wieder regelmäßig den Schalter.

Die Studie soll in Kürze auch bei Menschen getestet werden.