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Herzinfarkt – Verbesserung durch frühzeitiges Metoprolol

Spanische Forscher konnten nun anhand einer Studie feststellen, dass die frühzeitige Behandlung mit Metoprolol die Auswirkungen eines Herzinfarktes deutlich verbessern kann.

Spanische Forscher konnten nun anhand einer Studie feststellen, dass die frühzeitige Behandlung mit Metoprolol die Auswirkungen eines Herzinfarktes deutlich verbessern kann.

200.000 Deutsche sterben jedes Jahr an den Folgen eines Herzinfarktes, der häufigsten Todesursache in Industrieländern. Obwohl Männer weitaus häufiger und im jüngeren Alter betroffen sind, ist das Risiko für Frauen an einem Herzinfarkt zu sterben höher, da die einhergehenden Symptome in der Regel nicht signifikant sind und Frauen daher oft zu spät entsprechend behandelt werden. Statt sich also schwach zu fühlen, an Atemnot, Übelkeit und an stark ausgeprägten Brustschmerzen zu leiden, jener Schmerz sich bis in die Arme, als auch in den Oberbauch oder den Unterkiefer ausweiten kann, erleben Frauen mehrheitlich nur Bauchschmerzen. Die Hauptrisikofaktoren für einen Myokardinfarkt sind unter anderem neben Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes mellitus und Nikotinkonsum auch das Alter. Während Frauen ab dem 55. Lebensjahr einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sind Männer bereits ab dem 45 Jahren gefährdet einen Herzinfarkt zu erleiden.

Forscher des spanischen Forschungsinstituts Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares (CNIC) beschäftigten sich mit der Thematik der Behandlung von Myokardinfarkten. Präziser, mit dem frühzeitigen Einsatz von Metoprolol und der Untersuchung, ob die Verabreichung des Betablockers bereits im Krankenwagen die Auswirkungen des Infarkts auf das Herz positiv beeinflussen kann. Betablocker, werden allgemein seit längerer Zeit für die Therapie nach einem Herzinfarkt eingesetzt – allerdings erst im Krankenhaus.
Die randomisierte klinische Studie bezüglich Metoprolol in der Prähospitalphase wurde an sieben spanischen Kliniken und 270 Patienten durchgeführt, die allesamt an einem Vorderwandinfarkt litten. Voraussetzung für die intravenöse Gabe von Metoprolol war, dass die Betroffenen weder Anzeichen einer Herzinsuffizienz aufzeigten, noch ein Lungenödem oder ein kardiogener Schock festgestellt werden konnte.
Im Anschluss an die prähospitale Behandlung wurden alle Patienten mit der herkömmlichen Therapiemethode versorgt, die sich durch eine perkutane koronare Intervention auszeichnet.
Gemessen wurden die Ergebnisse der Metoprolol-Behandlung mittels der Größe des Infarktareals 5 bis 7 Tage nach Eintritt des Infarkts bzw. durch den Endpunkt Tod oder kardiale Morbidität.
Positiv konnte durch die Wissenschaftler verzeichnet werden, dass die Ausdehnung des Infarkts auf den Herzmuskel im Mittel von vorherigen 32 Gramm auf 25 Gramm verringert werden konnte. Bei gesonderter Betrachtung von Patienten mit einer klaren Blockade vor der PCI, konnte die Größe auf 3,16 Gramm (vorher 13,1g) verkleinert werden. Des Weiteren konnte bei allen Betroffenen eine deutliche Verbesserung bezüglich der linksventrikulären Auswurffraktion um 2,67%, als auch hinsichtlich des vorher beschriebenen Endpunkts der Studie erreicht werden. So trat dieser anstatt bei 12,3% nur bei 7,1% ein.

Um die Effektivität von Metoprolol in der Prähospitalphase zu bestätigen, soll diese Therapiemethode nun in einer multinationalen Studie getestet werden. Eine Änderung der bisherigen deutschen Leitlinie sei dann, laut Adnan Kastrati, geplant.

Veröffentlicht wurde die detaillierte Studie in der Fachzeitung Circulation.

az