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Herz- und Thoraxchirurgie : Bypass-Operation – Neue Behandlungsmethode

Eine randomisierte Studie konnte nun belegen, dass „Remote Ischemic Preconditioning“ (RIPC) bei Patienten die einen Bypass erhalten, nicht nur die Sterblichkeitsrate vermindert, sondern auch die Freisetzung des Troponin I reduziert.

Eine randomisierte Studie konnte nun belegen, dass „Remote Ischemic Preconditioning“ (RIPC) bei Patienten die einen Bypass erhalten, nicht nur die Sterblichkeitsrate vermindert, sondern auch die Freisetzung des Troponin I reduziert.

Bei dieser Behandlung wird an den Oberarm des Patienten kurz vor der Operation eine Blutdruckmanschette angelegt, die mehrmals über eine Dauer von 5 Minuten aufgepumpt wird.
Sobald die Durchblutung gestoppt wurde, wird sie auch sogleich wieder hergestellt. Die Reperfusion dauert ebenfalls 5 Minuten an. Ziel ist es, eine ischämische Konditionierung auszulösen, die im ganzen Gefäßsystem wirken und den Herzmuskel gegen längere Durchblutungsstörungen stärken soll.
Nun untersuchten Forscher des Institus für Pathophysiologie in Essen die Vorgehensweise und konnten die Effektivität bestätigen. Dafür wurden 329 Patienten, die einen Bypass bekamen untersucht, von denen die Hälfte mit der RIPC-Methode vorbereitet wurde.
Innerhalb der ersten drei Tage nach dem operativen Eingriff war der Anstieg des kardinalen Troponin I um 17% geringer, als in der Gruppe der Patienten, die nicht mit dem „RIPC-Manöver“ vorbereitet wurden. Des Weiteren verstarben in der Kontrollgruppe nach einem Monat 6 Personen und somit doppelt so viele als in der RIPC-Gruppe.
Da bei Kontrollen zu späteren Zeitpunkten 5 weitere Todesfälle innerhalb der Kontrollgruppe notiert werden mussten, allerdings keine in der anderen Gruppe, konnte eine Verminderung der Sterblichkeitsrate um 73 % festgestellt werden.
Trotz der guten Ergebnisse müssen weitere Studien durchgeführt werden, um unter anderem auch zu klären, wie der Wirkungsmechanismus funktioniert.

Veröffentlicht wurde die detaillierte Studie in der „Lancet“.