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Deutschland – immer mehr Syphilisfälle

Auch nach einer neuen Datenanalyse der ersten Jahreshälfte von 2013 musste wiederum registriert werden, dass die Anzahl der in Deutschland diagnostizierten Syphilisfälle weiterhin ansteigt.

Auch nach einer neuen Datenanalyse der ersten Jahreshälfte von 2013 musste wiederum registriert werden, dass die Anzahl der in Deutschland diagnostizierten Syphilisfälle weiterhin ansteigt.

Für die Infektionskrankheit Syphilis (Lues) ist das Bakterium Treponema pallidium verantwortlich, jenes in der Regel während des Geschlechtsverkehrs übertragen wird. Vor allem homosexuelle Männer sind von der Krankheit betroffen, die in sich in vier Stadien einteilen lässt. Während die Bakterien im ersten Stadium, dem Primärstadium, etwa drei Wochen nach der Infektion ein hartes, aber schmerzloses Geschwür verursachen, jenes meist unbemerkt bleibt, treten im folgenden Sekundärstadium bereits verschiedenartige Haut- und Schleimhautveränderungen, sowie Lymphknotenschwellungen und Haarausfall auf. Aufgrund dieses anfänglichen Verlaufs werden nur 1/3 der Erkrankungen im Primärstadium erkannt. Bei Frauen werden sogar 37% der Infektionen erst im Tertiärstadium diagnostiziert, in jenem es, drei bis fünf Jahre nach der Infektion, zu Gummen in den Knochen, Gefäßen, inneren Organen, dem Nervensystem und der Haut kommt. Das letzte Stadium, das sich unter anderem durch Sehstörungen, Rückenmarksschwund, und progressive Paralyse auszeichnet, führt letztendlich zum Tod des Betroffenen.
Syphilis ist besonders für HIV-Patienten und schwangere Frauen riskant, da sich die Infektionen zum einem auf das Ungeborene übertragen kann und zum anderen aufgrund einer Immunaktivierung zu einer Vermehrung der HI-Viren führt. Somit besteht für HIV eine höhere Übertragungsrate bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr.

Seit dem Jahre 2010 wird nun in Deutschland ein erheblicher Anstieg der Neuinfektionen beobachtet, jener unter anderem auf die steigende Nachlässigkeit bezüglich Verhütung zurückzuführen ist. So wurden vom Robert-Koch-Institut vergangenes Jahr mit 4,410 Fällen 1/5 mehr Lues-Erkrankungen registriert, als 2011. 93,3% der Infizierten 2012 waren Männer.
Die meisten Diagnosen wurden in Köln, München und Berlin mit 28,4, 22,9 und 20,9 Patienten auf 100.000 Einwohner gestellt. In Essen wurde ein prozentualer Anstieg von 113,5% registriert, da auf 100.000 Einwohner 19,4 Syphilis-Betroffene kamen.

Hingewiesen wird durch das Robert-Koch-Institut auf die kostenfreien Tests, die bei Gesundheitsämtern und Beratungsstellen angeboten werden. Vor allem HIV-Patienten wird geraten, diese regelmäßig in Anspruch zu nehmen.

Detailliert kann die Studie in der Epidemiologischen Bulletin nachgelesen werden.