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Bekannte Pharmafirmen ließen Medikamte an DDR-Bürgern testen

Westliche Pharmaunternehmen führten in der DDR Medikamentenstudien an Frühgeborenen, Kranken und Alkoholikern durch.

In über 50 Kliniken der DDR wurden schätzungsweise 50,000 Menschen zu Medikamententestern. Nicht nur, dass diese oft nicht über die Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt wurden, sie bekamen die Medikamente sogar ohne deren Zustimmung bzw. Wissen verabreicht.

Westliche Pharmaunternehmen führten in der DDR Medikamentenstudien an Frühgeborenen, Kranken und Alkoholikern durch.

In über 50 Kliniken der DDR wurden schätzungsweise 50,000 Menschen zu Medikamententestern. Nicht nur, dass diese oft nicht über die Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt wurden, sie bekamen die Medikamente sogar ohne deren Zustimmung bzw. Wissen verabreicht.
Ein Arzt einer großen deutschen Klinik sagte später, dass sie menschliche Versuchskaninchen waren.
Dafür boten die entsprechenden Unternehmen teilweise bis zu 800.000 D-Mark, ein Pharmaunternehmen bot sogar ein über sechs Millionen D-Mark für die Testreihen.
Es gab über 600 Medikamente, die getestet werden sollten, unter anderem ließ eine auch heute noch tätige Pharmafirma Erythropoetin an unterentwickelten Neugeborenen testen. Jene Substanz, die auch als Dopingmittel missbraucht wurde.
Des weiteren wurde an Alkoholikern im Rauschzustand das hirndurchblutungsfördernde Mittel Nimodipin getestet, obwohl diese nicht mehr in der Lage waren ihre Einwilligung zu erteilen.
Diese wurde in der Regel oft einfach von dem behandelnden Arzt unterschrieben.
Mehrere Testreihen mussten abgebrochen werden, da es zu Todesfällen kam, wovon vier dokumentiert wurden.
Zwei Todesfälle gab es den Angaben zur Folge in der Lungenklinik bei Magdeburg. Hier wurden die Patienten mit einem Blutdrucksenker behandelt, die anderen beiden Fälle wurden durch das durchblutungsfördernde Mittel Trental verursacht.

„Der Spiegel“ berichtete über dieses Thema unter Berufung bislang unbekannter Akten der Stasi, des Instituts für Arzneimittelwesens und des DDR-Gesundheitsministeriums.

Die betroffenen Pharmaunternehmen ließen verlauten, dass diese Vorfälle lange zurückliegen würden und klinische Tests nach strikten Vorgaben verlaufen.