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Autismus aufgrund pränataler Störungen in der Cortex-Architektur

Eine amerikanische Studie legt die Vermutung nahe, dass Autismus auf Entwicklungsstörungen der Cortex-Architektur vor der Geburt zurückzuführen sind.

Autismus ist eine tiefgreifende Verhaltensstörung, die meist im frühen Kindesalter diagnostiziert wird und unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann je nach ihrer Form.

Eine amerikanische Studie legt die Vermutung nahe, dass Autismus auf Entwicklungsstörungen der Cortex-Architektur vor der Geburt zurückzuführen sind.

Autismus ist eine tiefgreifende Verhaltensstörung, die meist im frühen Kindesalter diagnostiziert wird und unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann je nach ihrer Form. Sie beeinträchtigt die Persönlichkeit des Menschen und isoliert diese meist von deren Umwelt, da sie weder fähig sind, mit Mitmenschen zu kommunizieren, noch zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen. Des Weiteren leiden Patienten mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) an einer mangelnden Wahrnehmungsverarbeitung, kognitiven, sprachlichen, motorischen, emotionalen und interaktionalen Funktionsstörungen.

Zu den Formen der ASS gehören unter anderem der Frühkindliche Autismus bzw. das Kanner-Syndrom, der Atypische Autismus, das Asperger-Syndrom, das Rett-Syndrom und sonstige tiefgreifende Entwicklungsstörungen.

Rich Stoner von der Universität Kalifornien untersuchte zusammen mit seinem Team die Gehirne von 22 durch Unfälle tödlich verunglückten Kindern, von denen bei 11 zu Lebenszeiten ASS diagnostiziert worden war. Den Gehirnen der Kinder, die zwischen 2 und 15 Jahre alt waren, wurden Gewebeproben des frontalen Gyrus, des temporalen Cortex und des okzipitalen Cortex entnommen, jene für die In-situ-Hybridisierung, bei jener nach der Boten-RNA von Genen gesucht wird, in hauchdünne Scheiben geschnitten wurden.
Die Proben von 10 der 11 ASS-Kinder wiesen auffällige Abweichungen in der 4. und 5. Schicht der Hirnrinde auf. Die Schädigungen traten punktmäßig und an unterschiedlichen Stellen auf. Da die Anzahl und die Positionierungen von Patient zu Patient variierten, gehen die Forscher davon aus, dass dies auf die entsprechende Ausprägung des Autismus schließen lässt.
Die Foci konnten lediglich im Frontallappen und im Temporallappen diagnostiziert werden, wo beispielsweise der Verstand und das Sprachzentrum ihren Platz haben.

Besonders war, dass zum einen 1 gesundes Kind ebenfalls solch punktuellen Störungen aufwies, wahrscheinlich weil die Krankheit zu Lebenszeiten nicht festgestellt wurde und zum anderen ein Autist keine Schädigungen der Hirnrinde aufwies. Womöglich wurde bei diesem Patienten eine Fehldiagnose gestellt.

Die amerikanischen Mediziner konnten aufgrund der niedrigen Zahl der untersuchten Fälle keine eindeutige Verbindung zwischen den histologischen Befunden und den Krankheitsbildern herstellen, jedoch vermuten sie, dass pränatale Störungen der Entwicklung bereits vor der Geburt für die Foci verantwortlich ist. Die Hirnzellen wandern nämlich in dieser Phase von tieferen Strukturen in die Hirnrinde ein, wobei Komplikationen der Migration oder in den Verbindungen der Hirnzellen untereinander die Ursache für die Foci-Bildung sein könnten. Des Weiteren ist ein Hinweis auf eine fehlerhafte Entwicklung der Cortex die Tatsache, dass eben dieser in den ersten Lebensjahren von Autisten deutlich zellreicher ist, als von gesunden Kindern. Der Gewebe-/Zellschwund folgt erst später.

Weitere Studien müssen nun folgen, um die Theorie von Rich Stoner und dessen Team zu bekräftigen.

Veröffentlicht wurde die detaillierte Publikation im New England Journal of Medicine.