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Akute Perikarditis : Fortschritte in der Heilung

Eine italienische Studie belegt, dass Colchicin gute Erfolge bei der Behandlung von akuter Perikarditis erzielt.

In der Regel wird eine akute Perikarditis, also eine Entzündung des Herzbeutels, durch Viren oder Bakterien hervorgerufen, aber auch akutes Nierenversagen, oder die Folgen einer Strahlentherapie oder eines Herzinfarktes können die Infektion auslösen.

Eine italienische Studie belegt, dass Colchicin gute Erfolge bei der Behandlung von akuter Perikarditis erzielt.

In der Regel wird eine akute Perikarditis, also eine Entzündung des Herzbeutels, durch Viren oder Bakterien hervorgerufen, aber auch akutes Nierenversagen, oder die Folgen einer Strahlentherapie oder eines Herzinfarktes können die Infektion auslösen. Häufig ähneln die Symptome der einer Angina. Der Patient leidet folglich unter anderem an Fieber und Brustschmerzen, letztere sich bis in den linken Arm ausdehnen können. Als Therapie wird meist strikte Bettruhe empfohlen, die mit der Gabe von einem Antibiotika bzw. Antimykotika verbunden wird.

Nun hat sich durch die Investigation on Colchicine for Acute Perdicarditits, kurz ICAP-Studie des Maria Vittoria Hospital in Turin herausgestellt, dass Colchicin, das Zellgift das aus den Samen der Herbstzeitlose gewonnen wird und bislang für die Therapie von Gicht und Rheuma eingesetzt wird, eine ebenso positive Wirkung bei der akuten Herzbeutelentzündung aufzeigt.
Für die randomisierte multizentrische Studie wurden 240 Patienten mit einer akuten Perikarditis, die bereits einmal behandelt wurden, an fünf Zentren mit Colchicin und Placebo behandelt. Dass Zellgift war auf 0,5 bis 1,0 mg dosiert, das täglich über einen Zeitraum von 12 Wochen eingenommen werden musste. Ibuprofen oder ASS ergänzten die Behandlung. Die Forscher bestimmten den primären Endpunkt der Untersuchung mit einer kontinuierlichen oder aber wiederkehrenden Entzündung innerhalb der Nachbeobachtungsphase von 18 Monaten.
Die Auswertung der Ergebnisse fiel äußerst positiv aus, denn so trat der primäre Endpunkt bei den Patienten, die das Zellgift erhielten nur bei 17% ein, während 38% der Patienten unter Placebo unter jenem litten. Entsprechend fiel das relative Risiko von 0,56 mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,30 – 0,72 hochsignifikant aus. Des Weiteren ist es vorteilhaft, dass Colchicin bereits mit niedriger Dosierung wirkt und daher Nebenwirkungen wie Schäden der Nieren und der Leber verhindert werden konnten. Außerdem konnte zum einen die Quote der Betroffenen mit Symptomen nach 3 Tagen von 40,0 auf 19,2 Prozent gemindert werden und zum anderen stieg die Remissionsrate binnen 7 Tage auf 85 von bisherigen 58,3%. Auch eine Verbesserung hinsichtlich der Rezidive konnte erreicht werden.

Die italienischen Wissenschaftler nehmen an, dass die Eigenschaft von Colchicin, die Produktion von Mikrotubuli und somit die Bildung des Spindelapparats der Zellteilung zu verhindern, womöglich für den STOPP der Vermehrung von Entzündungszellen verantwortlich ist.

Die detaillierte Studie wurde in dem New England Journal of Medicine publiziert.