In den letzten Jahren der Hochkonjunktur wagten die Arbeitgeber zu investieren, in größere Räumlichkeiten umzuziehen, neue Mitarbeiter einzustellen und auf ihr Personal zu setzen. Aber eine Hochkonjunktur wird immer von einer Rezession abgelöst und viele Ökonomen und Prognostiker meinen, dass wir gerade jetzt auf eine beginnende Rezession zusteuern. Da kann es ratsam sein, innezuhalten und die Karriere zu sichern.
- Natürlich kann es leichter scheinen, seine Karriereträume während einer Hochkonjunktur zu verwirklichen, aber auch eine Rezession hat ihre Vorteile. Viele Chefs nehmen sich zu wenig oder keine Zeit für Überlegungen während der Hochkonjunktur. Wenn die Belegschaft etwas kleiner ist, können sie mehr Zeit auf ihre eigene Entwicklung und diejenige der Mitarbeiter in Form von Weiterbildungen, Kursen und persönliche Entwicklungspläne legen, sagt die Karriereberaterin Charlotte Hågård.
Sie glaubt nicht, dass man sich zu sehr über den Rückgang Sorgen machen muss, denn der Fall wird mit Sicherheit nicht so hart werden wie beim letzten Konjunkturrückgang, als die IT-Blase um die Jahrtausendwende platzte.
Buchen Sie ein zusätzliches Leistungsgespräch
Besonders wichtige Faktoren für die Sicherung seiner Karriere auch in schwereren Zeiten sind, nach Charlotte Hågård, die Weiterentwicklung seiner Kompetenz und das Mitverfolgen angesagter Kompetenzen.
Manche Branchen reagieren empfindlicher auf Konjunktur. Wenn Sie wissen, dass Ihr aktueller Arbeitsort konjunkturempfindlich ist, sollten Sie mit dem Chef sprechen und fragen, wie der Betrieb bei Rezession verändert werden kann. Wenn Sie nicht mit der Ungewissheit über Zukünftiges leben können, ist es vielleicht an der Zeit, einen auf Konjunktur weniger anfälligen Betrieb zu wählen, zum Beispiel im öffentlichen Sektor.
Geringerer Wechsel auf dem Arbeitsmarkt
- Nehmen Sie sich gerne Zeit zu überlegen, und nutzen Sie die Gelegenheit, ein zusätzliches Leistungsgespräch zu vereinbaren. Die Kompetenzentwicklung, die zur Zeit der grössten Belegschaft in die Höhe schoss, kann man jetzt anpacken. Die Konkurrenz wird bei drohender Rezession härter und Investierungen in Kompetenzentwicklung begünstigen Ihren Arbeitsgeber und auch Ihre eigene Konkurrenzkraft, sagt Charlotte Hågård.
So sichern Sie Ihre Karriere in der Konjunktur:
- Wenn Sie am Arbeitsplatz weniger zu tun bekommen, sollten Sie möglichst in Ihre eigene Kompetenzentwicklung investieren. Besuchen Sie Kurse, vertiefen Sie sich auf eigene Faust in für Sie interessante Gebiete, die Ihnen in der Karriere einen Konkurrenzvorteil geben können. Dies steigert Ihre Konkurrenzkraft bei schlechteren Bedingungen und steigender Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.
- Pflegen und aktualisieren Sie Ihr Netzwerk. Auch wenn Sie viel zu tun haben, sollten Sie ihr Netzwerk pflegen. Handeln Sie vorausschauend und nehmen Sie sich Zeit für Mittagessen und soziale Anlässe, auch wenn Sie eigentlich andere Prioritäten hätten. Es besteht sonst das Risiko, dass das Telefonbuch nicht besonders voll ist, wenn Sie Ihr Netzwerk in der Rezession am dringendsten bräuchten.
- Kümmern Sie sich um Ihre Interessen und Kompetenzen und überlegen Sie, ob Sie Interessen oder Nebenbeschäftigungen haben, denen Sie beim Untergang Ihrer Branche nachgehen können. Vielleicht haben Sie von einem Branchenwechsel geträumt oder einer Vollzeitbeschäftigung in einer eigenen Firma. Der Beginn einer Rezession könnte Ihnen den Tritt in den Hintern geben, der für den entscheidenden Schritt nötig ist.
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