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Karriereberatung und Kompetenzentwicklung: die zukünftige Rolle der Gewerkschaft

Heutzutage ist es nicht mehr so selbstverständlich, in einer Gewerkschaft zu sein wie früher. Die Anforderungen an die Gewerkschaftsverbände steigen gleichzeitig wie immer mehr Leute bei der Erwägung einer Mitgliedschaft überlegen, was man für das Geld bekommt. Wir liessen drei Gewerkschaftsverbände über die zukünftige Rolle der Gewerkschaft nachdenken.

 

In den letzten 15 Jahren war der schwedische Arbeitsmarkt geprägt von grossen Veränderungen der Anstellungsbedingungen. Auch wenn Vollzeit-Anstellung noch immer die dominierende Anstellungsform ist, geht die Entwicklung in Richtung andere Beschäftigungsformen.

 

Der steigende Anteil Teilzeitangestellter zeigt einen Trend, der das Engagement der Gewerkschaften vermindern kann, sagt Gerd Larsson, Studienberater bei SACO.

 

Sie glaubt, dass es immer ein Bedürfnis nach Lohnberatung und Kompetenzausbildung geben wird, sieht aber nicht zwingend die Gewerkschaften als zukünftige Anbieter solcher Dienstleistungen. Es gibt keine kollektiven Lösungen.

 

Christoffer Martinelle ist Karriereberater bei SIF:
SIF hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Unser Betrieb hat sich immer stärker auf die einzelnen Personen konzentriert und eine der beliebtesten Dienstleistungen in unserm Angebot ist Karriereberatung. Ich glaube, dass die Gewerkschaftsverbände sowohl Mitgliedern mit problemlos funktionierender Karriere als auch solchen mit Problemen am Arbeitsplatz etwas bieten sollten.

 

In der Zukunft wird die Gewerkschaft weder eine gemeinsame Denkweise noch besonders viele kollektive Lösungen anbieten. Es ist auch nicht die Sicherheit im Arbeitsleben, was die Jungen zukünftig zu den Gewerkschaften führen wird, glaubt Christoffer Martinelle.

 

Die Grundaufgabe der Gewerkschaft ist nicht mehr die gleiche wie früher. Heute existiert ein Grossteil der Sicherheit, für die die Gewerkschaft früher zuständig war, beispielsweise Kollektivvertrag und Gesetze wie das Mitbestimmungsrecht (MBL) und Kündigungsschutzgesetz (LAS).

 

Es ist für uns als Gewerkschaftsverband wichtig, positiv hinterfragt zu werden. So werden wir zu deutlicheren Aussagen in unseren Angeboten an mögliche neue Mitglieder gezwungen. Wir veranschaulichen auch besser den Nutzen einer Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, sagt Christoffer Martinelle.

 

Marit Mårtensson ist Studentenombudsfrau bei Jusek. Untersuchungen in der Bevölkerung zeigten ihnen, dass viele den grundlegenden Schutz einer Gewerkschaft suchen, aber trotzdem eine deutlich stärkere Unterstützung für ihre individuelle Karriereplanung verlangen.

 

Der Grund, wieso viele junge Leute über eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft zögern, kann man in fünf Wörtern zusammenfassen, “Was springt für mich raus?”, sagt Marit Mårtensson.

 

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